zuletzt aktualisiert:
28.05.2017 - 11:16

Pressemitteilung vom 24.04.2017

Kindertagesstätte Klein-Zimmern

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesen Tagen und Wochen wird in den Fraktionen unseres Gemeindeparlaments darüber diskutiert, ob und wo und in welcher Form ein neuer Kindergarten entstehen muss. Dass er gebraucht wird, ist Konsens. Die FDP hat eine ergänzende Idee in die Gespräche eingebracht, und zwar dergestalt, dass wir vorschlagen, die sehr große Grundstücksfläche am Semder Pfad nicht nur für den neuen Kindergarten zu nutzen, sondern darüber hinaus die von allen Parteien geforderte Innenbebauung hier Wirklichkeit werden zu lassen und das Gebäude aufzustocken. Kurt Werdecker, unser Fraktionsvorsitzender, hat dazu folgendes geschrieben:


Ergänzungsantrag zu TOP 8 – Kindertagesstätte Klein-Zimmern



Sehr geehrter Herr Pentz

ich bitte um den nachfolgenden Ergänzungsantrag auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am 02. 05.2017 zu setzen.


Die Gemeindevertretung möge beschließen:
Der Gemeindevorstand wird beauftragt den in der Sondersitzung des P u U, sowie des SSK am 05.03.2017 beschlossenen Prüfantrag zum Punkt 1
Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände des Spielplatzes Semder Pfad anstelle der Erweiterung der Kita Blumenstraße
zu ergänzen mit:

1.1 der Baukörper mit der Einrichtung für eine Kindertagesstätte im Erdgeschoss soll als 2-geschossiges Gebäude mit Ober- und Dachgeschoss für wohnliche Nutzung oder im Ortsteil Klein-Zimmern fehlende Räumlichkeiten für infrastrukturellen Bedarf (Schule, Vereine etc.) geplant werden


Begründung
Das zu beplanende Grundstück mit 2.927 qm nur mit einem eingeschossigen Gebäude zu bebauen ist angesichts des knappen zur Verfügung stehenden Baulandes eine sehr unwirtschaftliche Ausnutzung eines erschlossenen Baugrundstückes


Das vom Architekturbüro mitgeteilte Volumen von ca 4.200 m³ für den erdgeschossigen Bau ergeben mind. ca 1.000.m² überbaute Gebäudefläche
Nach Abzug von ca 20 % für Konstruktionsteile ergeben sich dann ca 800 m² Nutzfläche
Also für das Obergeschoss stehen weitere 800 m² zur Verfügung und für ein Dachgeschoss bei 2-geschossiger Bauweise hieraus weitere ca 600 m²
gesamt somit ca 1.400 m²
Beispielhaft wären dies zwanzig 3-Zimmerwohnungen je ca 70m²

Ein Gebäude mit gemischter Nutzung würde auch die Gestehungs- und Betriebskosten reduzieren
Ein Kindergartengebäude ist beispielhaft an 5 Werktagen a`10 Std genutzt = 50 Std wöchentlich – bei 168 Wochenstunden somit gerade mal zu ca 30 % genutzt


FDP - Fraktion

Kurt Werdecker

Fraktionsvorsitzender



Sehr geehrter Herr Vorsitzender
Liebe Kolleginnen und Kollegen

Die Zahlen zum Bedarf an U 3 und Ü 3 Betreuungsplätzen in Klein-Zimmern haben uns alle überrascht
Ob dieser Bedarf für viele Jahre so bleibt, zu – oder abnimmt wissen wir nicht
Das macht dennoch eine Entscheidung zum Bau einer neuen Kindertagesstätte erforderlich – die FDP unterstützt das Vorhaben im Grundsatz

Der Standort ist der bisherige Spielplatz am Semder Pfad auf dem ca 3.ooo qm großen Grundstück

Das Grundstück gehört der Gemeinde, also allen Bürgern und Steuer-zahlern Groß-Zimmerns

Als Gemeindevertreterinnen- und - vertreter haben wir die Verantwortung fürsorglich und wirtschaftlich mit dem Vermögen der Bürger umzugehen und die Verwendung abzuwägen.

Dies war Grundlage des Prüfantrages der FDP über zusätzliche Nutzungen des Baukörpers nachzudenken.

Die Verwendung des Grundstückes für eine ausschließliche Nutzung zum Bau einer Kindertagestätte ist unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise äußerst ungünstig

Die ca 3.000 qm Bodenfläche haben einen Marktwert von ca. 660.000 Euro, also schon ein erheblicher Eigenkapitaleinsatz
Auf dieser Fläche stehen vergleichsweise im Baugebiet In der Pfütze 6 freistehende Wohnhäuser

Das in unserer Antragsbegründung dargestellte Nutzungsverhältnis von ca 1.ooo qm für die Kindertagesstätte und einer sich daraus möglichen Flächenreserve von ca 1.400 qm zeigt derzeit deutlich ein Missverhältnis auf, ebenso wie die Betriebsnutzung von ca 30 % der Wochenstunden

Die fiktive Anzahl von Wohnungen sollte beispielhaft die Flächenreserve darstellen und einen Denkprozess für eine multifunktionale Nutzung des Baukörpers einleiten, z.B Räumlichkeiten für Hausaufgabenhilfe, Kurse, Vereine.
Bei dem knappen Angebot von Erzieherinnen – Erziehern könnte auch hier ein Angebot an Wohnraum den Standort Klein-Zimmern als Arbeitsplatz attraktiver machen
Denkbar ist auch eine Planung in Bauabschnitten – zuerst die Errichtung einer Kindertagesstätte mit der baulichen Option einer weiteren künftigen zusätzlichen Nutzung.

In der Gemeindevertretung ist schon häufig die Thematik der Innenverdichtung diskutiert worden – das darf sich allerdings nicht nur auf größere private Grundstücke beziehen, sondern auch gemeindeeigene Flächen gehören dazu.
Innenverdichtung hört sich so nach Stadt und eng an – ich möchte da eher einen bekannten Werbeslogan verwenden
„Entdecke die Möglichkeiten“


Der Prüfantrag ging ja erst am Montag vergangener Woche den Fraktionen zu – in den Ausschusssitzungen gab es kaum Gelegenheit zur Diskussion

Wir glauben, dass der Denkprozess in den Fraktionen und der Bevölkerung in der Kürze der letzten Tage noch nicht ausführlich abgeschlossen sein kann und möchten daher den gestellten Prüfantrag
im Geschäftsgang bis zur nächsten Sitzung der Ausschüsse bzw der Gemeindevertretung im Juni lassen und dann erst darüber abstimmen lassen

Das wäre zeitlich kein Hemmnis, da heute über den Grundsatz zur Planung abgestimmt werden kann und bis Planungsbüros für diese Aufgabe zur Verfügung stehen kann die Meinungsbildung weitergehen.

 

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